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Das weiße Rauschen/ Im Dock 11 macht Walter Bickmanns neue Inszenierung den Tänzer zum »icon«. Schon der Raum hat Spannung. An der Rückwand hängen vier weiße Leinwände, den Boden bedeckt ein weißer Tanzteppich. Leinwände und Teppich in ihrer Klarheit reiben sich mit dem unverputzten Mauerwerk im Saal des Dock 11. Unscharf zerlegt und ruckhaft langsam fährt eine Kamera über Leiber, Köpfe, Hände. Um Menschen, ihre Widerspiegelung im Video, die Interaktion von Bild und Realität dreht sich, was Walter Bickmann als »icon« eine Stunde gediegen und ruhig entwickelt. [...] Erster Höhepunkt ist Zannous Bodensolo, das mit dem zeigenden Finger des erhobenen Arms beginnt, den Arm als Motor nutzt. Zu unwirklich skulpturalen Gebilden renkt er den Körper, größer und rascher wird der Taumel über den Boden. Immer wieder suchen im Folgenden Körper ihre Begrenztheit zu sprengen. Übernehmen die drei Tänzer zunächst Zannous Handspiel, fallen sie danach in prismatische Raster, formen daraus an den Köpfen verwachsene Doppelwesen. Das führt zu zwei parallelen Duetten, Kopf an Kopf das eine, mit verhakten Beinen das andere. In engen Kammern sitzen separat ihre Videobilder. Was Bickmann im Live-Tanz schon hier an organisch verwobenem Miteinander ohne Kontaktverlust eingefallen ist, sucht seinesgleichen in der Berliner Szene. [...]
Volkmar Draeger, Neues Deutschland 29.06.2010

[...] die Projektionen entfalten zusammen mit dem Tänzerischen eine derart suggestive Kraft, dass von der ersten Minute an eine starke Sogwirkung vom Geschehen ausgeht [...] vor der Leinwand begeben sich die Tänzer in ein Wechselspiel aus Transgression und Kontrolle. Verzerrte Bewegungsabläufe, manische Gesten oder auch mal harter Bodenkontakt... Mit „Protect me from what I want“ ist Walter Bickmann ein sehenswerter Dialog zwischen Video und Tanz gelungen.
Annett Jaensch, Tanzpresse.de, 12.11.08

[...] Mit seinen mal im Theater, dann wieder im Rahmen von Ausstellungen präsentierten Arbeiten zwischen Performance und Video ist der Choreograf und Filmer Walter Bickmann in Berlin eher ein Einzelgänger. Als Tänzer mit klassischer Ausbildung hat er seine Vorliebe für Grenzgänge früh entdeckt. Damals wechselte er aus Engagements als Balletttänzer u.a. an der Wiener Staatsoper kurzerhand zu Johan Kresnik an die Berliner Volksbühne. In eigenen Projekten zeigt Bickmann seitdem Körper und Dinge aus unerwartetem Blickwinkel und setzt sie in ein extremes Verhältnis. [...]
Berliner Morgenpost, BerlinLive 31.10.08

[...] Bilder voll geballter Kraft, die von einer kaum noch zu ertragenden Intensität des Leidens erzählen, zu verstehen als ein Orientierungsversuch, gespeist aus dem drängenden Bedürfnis nach Rückbesinnung auf das Eigentliche, den Ursprung, den Grund unseres Daseins. Bickmann und Klement gelangen eindrucksvolle Bildkompositionen, die höchste Anforderungen an sie stellen und die das Publikum staunen ließen über die vielfältigen Bewegungen, die zwei Menschen auf der Bühne vollbringen können. [...]
Ilka Heiner, DerWesten, Westfälische Rundschau, 24.11.08

[...] In einer experimentellen Mischung aus Tanz- und Videokunst, aus Poesie und Ironie stellt „Close Up“ die Frage „Was ist schön?“. Walter Bickmann zeigt wie intim und gleichzeitig öffentlich der menschliche Körper ist. [...]
tip Berlin Magazin, Ausgabe 2. - 15.11.2006

[...] Entstanden ist mit dem TanzFilm "JR's Stiefel" eine aberwitzige, poetische Groteske über die verrückte Vermischung von Fernsehwelt und Wirklichkeit ...
taz, 02.07.2005

[...] „JR‘s Stiefel“ thematisiert, mit ebenso viel Witz wie Poesie die Verflechtung von Schein- und Wunschwelten in Medien und Realität. Ambivalenz ist stets Teil von Walter Bickmanns vielschichtigem Werk, der es versteht, gesellschaftskritisch zu hinterfragen und mit humoristischer Herangehensweise zu verbinden. [...]
Berliner Zeitung, 14.07.05

[...] "Blaubart - die letzten Männer" an der Volksbühne, Berlin: In einer explosiven Mischung aus Wort und Bewegung zitiert Bickmann Rainer Werner Fassbinders sadomasochistisches Ehedrama "Martha" ebenso wie die Offerten einschlägiger Frischfleischagenturen und Statements von Frauenversand-Kunden. Walter Bickmann, der Tänzer bei Johann Kresnik war, findet für die engagiert artikulierte Thematik seine eigenen, starken Bilder .[...]
Berliner Zeitung, 18.12.1997

[...] Walter Bickmann setzt Akzente für das zeitgenössische Tanztheater...Bei jeder Produktion leitet ihn eine klare Idee, die er konsequent gestaltet...Tatsächlich liegt bei Bickmann durchweg eine Verfremdung ins Surreale, Traumhafte vor, ein absurder bis makaberer Humor und eine sonderbare Verknüpfung von Motiv und Bewegung...Walter Bickmann, das zeigt sein Stendaler Wirken, ist ein Hoffnungsträger für das künftige Tanztheater. [...]
Tanzarchiv 05.1993